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Tabalugas und Buchfinken treffen die Alphas

BRANDORA Redaktion - März 2010
 

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) verleiht in diesem Jahr zum siebten Mal den MediaSurfer - MedienKompetenzPreis Hessen. Kinder- und Jugendgruppen aus ganz Hessen haben 68 Bewerbungen eingereicht. Eine unabhängige Jury hat 19 Medienprojekte nominiert.

Darunter sind auch der Kindergarten Tabaluga und die Buchfinkenschule Usingen-Eschbach, die unter dem Motto „Tabalugas und Buchfinken treffen die Alphas“ für den Sonderpreis des Hessischen Kultusministeriums: „Neue Medien in der Grundschule“ nominiert sind.

Bei der Preisverleihung am 28. April 2010 im Cineplex Capitol Filmtheater in Kassel werden die Gewinner des MediaSurfer bekannt gegeben und die Antwort auf die spannende Frage „Wer wird MediaSurfer 2009?“ gelüftet. Auf die Sieger warten Preisgelder im Gesamtwert von über 15.000 Euro.

Mit dem MedienKompetenzPreis Hessen prämiert die hessische Landesmedienanstalt medienpädagogische Projekte aus dem Jahr 2009, die sich in Idee, Konzeption und Verlauf besonders hervorheben. Perfekte Ergebnisse sind dabei kein Hauptkriterium für die Auswahl der Preisträger, vielmehr ist der Weg das Ziel.

Das Projekt
Seit September 2008 nehmen Christel Berschet, Leiterin der Kindertagesstätte Tabaluga, und Gabi Strouhal, Lehrerin der Buchfinkenschule, gemeinsam an einer medienpädagogischen Weiterbildung mit dem Titel „Das geht gut mit Medien“ teil. 

Vorüberlegungen
Bilder-, Kinder-, Märchenbücher kennt hierzulande jedes Kind. Sie werden zuhause, im Kindergarten oder in der Grundschule angeschaut, vor- bzw. selbst gelesen. Sie sind Teil der Kinderkultur und überliefern, dokumentieren, veranschaulichen und interpretieren die Welt. Mit Hilfe von Geschichten und Märchen schaffen es die Kinder, die Welt besser verstehen zu lernen, einen Sinn zu konstruieren. Dennoch sind für einige Kinder Bücher nebensächlich, sie finden keinen wirklichen Zugang dazu. Mit dem Projekt, der Herstellung eigener Bücher, soll versucht werden, die Kinder kreativ an das Medium Buch heranzuführen und damit das Interesse an Büchern und am Lesen zu steigern. Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der Zusammensetzung der beiden Lerngruppen. Zwischen den Vorschulkindern und den Schülern der Klasse 4b liegen vier Jahre Erfahrung – Erfahrung mit Sprache, Schrift, Literatur und Medien – die es zu überbrücken bzw. sinnvoll einzusetzen gilt. An Buchstaben, Lauten, am Lesen lernen haben Vorschulkinder per se Interesse. Durch den Einsatz von geeignetem Material kann dieses Interesse erhalten bzw. gesteigert werden. Die „Alphas“ haben einen hohen Aufforderungscharakter sich spielerisch mit Buchstaben bzw. Lauten zu beschäftigen und dadurch den Leselernprozess zu unterstützen. Die Kinder der Klasse 4b haben besondere Erfahrungen mit dem Lesen- bzw. Schreiben lernen. Sie sind im Umgang mit einer Anlauttabelle geübt, haben über Hören, Lautieren, Reimen gelernt – und es erscheint sinnvoll und motivierend, sie in den kommenden Leselernprozess der „Neuen“ einzubeziehen. Die „Alphas“ sind für die Schüler neu, sie können ihre Erfahrungen mit Buchstaben und Lauten einbringen.

Ziele
Gemeinsam können Vorschulkinder und Viertklässler Ideen entwickeln, Texte verfassen, die die Schüler verschriftlichen können, das Fotografieren, Bearbeiten von Bildern und Einbinden in fertige Texte stellt eine Herausforderung für alle dar. Die Kinder sollen sich mit dem Medienpaket „Die Alphas“ intensiv auseinandersetzen, indem

  • sie das Buch anschauen, sich von den Grundschulkindern vorlesen lassen bzw. den Kindergartenkindern vorlesen.
  • sie gemeinsam den Film „Rettet die Alphas“ anschauen und anschließend Bilder dazu malen bzw. Sequenzen schriftlich nacherzählen.
  • sie gemeinsame Idee für Alpha-Bücher entwickeln, besprechen und planen.
  • sie das benötigte Material organisieren und bereit stellen.
  • sie mit Digitalkameras Bilder für die Bücher erstellen und bearbeiten.
  • sie gemeinsame Texte überlegen und am Computer erfassen.

Einbettung in den Bildungs- und Erziehungsplan 0 - 10
Das geplante Medienprojekt lässt sich dem Schwerpunkt „Kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder“ zuordnen. Beide Unterpunkte „Sprache und Literacy“ sowie „Medien“ kommen dabei zum Tragen. Folgende grundlegende Kompetenzen können dabei entwickelt und gefördert werden:

  • Selbstwertgefühl bzw. positives Selbstkonzept -positive Bewertung der eigenen Person hinsichtlich bestimmter Fähigkeiten und Eigenschaften
  • Autonomieerleben (sich als selbstbestimmt erleben)
  • Selbstwirksamkeit bzw. Kompetenzerleben (Erleben, mit dem eigenen Handeln bzw. mit eigenen Kompetenzen Einfluss nehmen zu können und Kontrolle über seine Umwelt zu haben)
  • Selbstregulation (das eigene Handeln bewusst und freiwillig steuern, indem z.B. Ziele selbst gesetzt werden, Ergebnisse der Handlung selbst bewertet werden, Handlungen und Ziele korrigiert und darauf aufbauend wiederum neue Ziele definiert werden)
  • Neugier, Interesse
  • Problemlösen (Probleme unterschiedlicher Art analysieren, Problemlösungsalternativen entwickeln, diese abwägen, sich für eine von ihnen entscheiden, diese angemessen umsetzen und den Erfolg prüfen)
  • Kreativität (differenzierter Ausdruck im sprachlichen und künstlerischen Bereich)
  • Denkfähigkeit (z.B. Begriffsbildung, Bilden von Hypothesen, logisches Denken, Ausbilden einer „Fehlerkultur“, die darin besteht, dass man mit den Kindern über die Fehler spricht: Wo sind Irrtümer aufgetreten, welche Begriffe wurden nicht oder falsch verstanden, wo lagen unzulässige Verallgemeinerungen vor, welche Regeln wurden nicht eingehalten usw.)
  • Differenzierte Wahrnehmung
  • Empathie (Fähigkeit, gefühlsmäßig und gedanklich zu erfassen, was in anderen vorgeht)
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kooperations- und Teamfähigkeit
  • Neues Wissen verstehen und begreifen, sich dessen Bedeutung erschließen
  • Neues Wissen aufbereiten und organisieren
  • Kompetenten und kritischen Umgang mit Medien erwerben
Das Kind lernt im Austausch mit älteren bzw. jüngeren Kindern das Zusammenleben in einer unterschiedlich zusammengesetzten Gruppe. Durch die erfolgreiche Interaktion zwischen älteren und jüngeren Kindern erwirbt es vor allem ein erweitertes Spektrum sozialer Kompetenzen:
  • Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Toleranz
  • Eigene Interessen gegenüber älteren und jüngeren Kindern in angemessener Weise durchsetzen
  • Hilfe von Kindern mit mehr Erfahrung annehmen und weniger erfahrenen Kindern Hilfe anbieten
  • Sich selbst als Vorbild begreifen und das eigene Verhalten reflektieren
  • Sich auf Unterschiede einlassen
  • Konfliktfähigkeit sowohl in der Auseinandersetzung mit älteren als auch mit jüngeren Kindern entwickeln
  • Grundverständnis für die Abstimmung unterschiedlicher Wünsche und Verhaltensweisen entwickeln
  • Die Bedürfnisse und Interessen jüngerer bzw. älterer Kinder erkennen und daran Anteil nehmen
Am 28. April werden sich die Tabalugas und Buchfinken auf die Reise nach Kassel begeben, um dort der Preisverleihung beizuwohnen und vielleicht sogar mit einem Gewinn wieder zurückzukehren.