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HABA Experte Dr. Jan-David Freund im Interview zum Weltspieltag 2020

HABA - Mai 2020

„Die Natur ist der spannendste Spielplatz“

Raus in die Natur! So lautet das Motto des diesjährigen Weltspieltages am 28. Mai. Draußen übernimmt die Fantasie und es geht ums Loslassen und Testen von Grenzen, meint JanDavid Freund. Der promovierte Psychologe betreut seit 2019 beim Spielwarenhersteller HABA das Thema verspieltes Lernen. Im Interview erklärt er, warum die Natur ein einzigartiger Spielplatz für Eltern und Kinder ist.

Herr Dr. Freund, warum ist draußen einfach besser?
Wenn wir nach draußen gehen, lassen wir den Alltag zurück. Dennoch können Erwachsene nicht immer loslassen. Zu oft ist das Smartphone nicht nur für Schnappschüsse dabei. Aber Kinder schöpfen das Potenzial dieser Freiheit voll aus! Nicht nur, dass sie hervorragend die Zeit vergessen und sich ganz im Spiel verlieren können. Sie sind auch wahre Meister darin, sich bloß mit dem Notwendigsten auszurüsten und sich ihre Spielmaterialien in der Natur selbst zu suchen. Als ich vom diesjährigen Motto des Weltspieltages erfuhr, ging mir deshalb so richtig das Herz auf. Denn das ist genau der Weg, den wir bei HABA mit Terra Kids gehen – nämlich raus in die Natur!

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Spielen in der Natur und dem Spielen in den eigenen vier Wänden?
Viele Spielsachen zu Hause, zum Beispiel ein Feuerwehrauto oder ein Puzzle, geben einen ganz bestimmten Umgang und Zweck, oft auch ein ganz bestimmtes Thema vor. Beim Spielen mit Naturmaterialien hingegen sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt: Was passiert, wenn ich den Kieselstein übers Wasser schnippe? Ein Ast lässt sich brechen. Auch noch fünf weitere? Dieses freie Austüfteln und Probieren fördert ganz nebenbei spielerisch die Kreativität und das Vorstellungsvermögen. Und indem sich Kinder die Regeln und Ziele ihres Spiels selbst festlegen, steuern sie den Schwierigkeitsgrad. Sie suchen sich selbstständig Herausforderungen, die sie gerade am meisten interessieren und in ihrer Entwicklung anregen. Und testen dabei auch Grenzen aus.

Was empfehlen Sie Eltern, die mit ihren Kindern draußen spielen möchten?
Etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, macht Kinder stolz und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Vor allem dann, wenn Erwachsene ihnen viel zutrauen! Dafür brauchen sie eine sichere Ausrüstung. Am Beispiel unserer Terra Kids Connectors kann man das gut veranschaulichen: Holzteile mit Bohrlöchern versehen, Connectors einstecken und mit einem weiteren Holzteil verbinden. Es genügt, wenn Kinder einmal gezeigt bekommen, wie das funktioniert. Dann können sie frei entscheiden, welches Ziel sie sich setzen. Jüngeren Kindern reicht es oft, mehrere Stöcke miteinander zu verbinden. Ältere haben meist schon eine kompliziertere Figur im Sinn, die sie mit möglichst vielen Details gestalten wollen.

Wie fördert das gemeinsame Tüfteln und Basteln in der Natur die Eltern-Kind-Beziehung?
Wenn Erwachsene mit Kindern basteln, passiert etwas ganz Besonderes: Das Ergebnis und der Weg dahin stehen nicht von Anfang an fest, sondern werden zusammen auf Augenhöhe entwickelt, während man gemeinsam das Naturmaterial und dessen Möglichkeiten erkundet. Geteilte Erfolge schweißen zusammen und bleiben als goldene Erinnerungen für eine lange Zeit im Gedächtnis.

Hand aufs Herz: Klappt denn wirklich alles in der Natur gleich so viel besser?
Natürlich gehören zum Ausprobieren viele erfolglose Versuche. Stöcke können brechen, Blätter einreißen. Aber auch im echten Leben will nicht immer alles sofort gelingen. Dann muss man Kreativität und Ausdauer beweisen. Durchhaltevermögen und ein guter Umgang mit Fehlversuchen sind Schlüsselkompetenzen für den Lebenserfolg. Und das Beste beim Spielen in der Natur: Der Nachschub an Material zum Ausprobieren geht so gut wie nie aus! Denn die Natur ist nicht nur der größte Abenteuerspielplatz, sondern auch das spannendste Freiluftlabor überhaupt.