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Aktuelle Meldungen

Corona-Deutschland spielt, bastelt und puzzelt

Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels e.V. - November 2020

BVS erwartet Spielzeugausgaben von +8 %

Noch nie war der Spielwarenhandel so wichtig wie in 2020: „Die Spielwarenhändler sind die Gute-Laune-Lieferanten auch wenn nichts mehr geht. Zwei Lockdowns und eingeschränkte Freizeitaktivitäten haben dafür gesorgt, dass die Deutschen in 2020 deutlich mehr Geld für Spiele, Basteln & Co. ausgeben“, so Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverband Spielwaren (BVS). Der BVS rechnet über alle Vertriebswege mit einem Umsatzplus von 8 %. Damit würde der Inlandsmarkt von 3,4 Mrd. Euro in 2019 (zu Endverbraucherpreisen, Basis: consumer panel npdgroup deutschland) auf mindestens 3,7 Mrd. Euro in 2020 wachsen.




Weihnachts-Highlights: Experimentierkästen und Bausets
Puzzle, Bastelzubehör und Outdoor legen deutlich zu
Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen stellen den Alltag der meisten Menschen völlig auf den Kopf. Zuhause bleiben heißt die Devise und da will sich beschäftigt werden. Das spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider. Stark zulegen konnten demnach die Segmente Basteln und Malen (+19 % JanuarOktober 2020) und Spiele und Puzzle (+24 % Januar-Oktober 2020). Dass Kinder aufgrund von fehlenden Urlauben viel Zeit im Garten oder auf dem Balkon verbracht haben, lassen die steigenden Zahlen im Bereich Outdoor-Spielzeuge vermuten (+18 % Januar-Oktober 2020).

Zu Weihnachten rechnet der BVS mit einer starken Nachfrage nach Experimentierkästen und spannenden Bausets. Kahnt: „Ob BioKosmetik selbst herstellen, spielerisch die Gesetze der Physik erlernen oder eine Dino-Forschungsstation im Amazonas-Dschungel aufbauen- Spielzeuge, die junge Entdecker fördern, liegen voll im Trend. Aber auch Klassiker wie Barbie oder Eisenbahnen stehen auf den Weihnachts-Wunschzetteln.“

Durch die Serie „The Mandalorian“ beim Streamingdienst Disney+ wurde in diesem Jahr der Hype um Star Wars neu angefacht. Die Lizenz Frozen konnte noch von dem Kino-Erfolg des letzten Jahres profitieren. Gute Absatzchancen zu Weihnachten werden Produkte rund um das Thema Super Mario haben. Hier hat Lego momentan noch die Nase vorn, weitere Lizenznehmer stehen aber schon in den Startlöchern. Klare Nummer 1 bei Kindern im Vorschulalter ist immer noch die Lizenz Paw Patrol. Für Überraschung sorgt Mattel mit der Actionfigur „He Man“, die bereits in den 80er Jahren ein voller Erfolg war. Das Segment Actionfiguren gewann mit +6 % (Januar-Oktober 2020) weiter an Bedeutung.




Weniger Kunden kaufen mehr
Stationäre Händler setzen zunehmend auf Online-Shops
Obwohl die Spielwaren-Fachgeschäfte beim zweiten Lockdown öffnen dürfen, gehen die Händler mit gemischten Gefühlen ins Weihnachtsgeschäft. Ausfallende Weihnachtsmärkte und die geschlossene Gastronomie dämpfen die gewohnte vorweihnachtliche Einkaufsstimmung. Kahnt: „Aktuell sind weniger Kunden in den Geschäften, die dafür aber gezielter und mehr einkaufen. Viele Menschen kaufen aber gerade jetzt bewusst bei ihrem Spielwarenhändler vor Ort und unterstützen so mit einem neuen Lokalpatriotismus das Geschäft um die Ecke.“

Vor allem Unternehmen mit Online-Shop, Lebensmittelhändler und Verbrauchermärkte profitieren in 2020 davon, dass der stationäre Spielwaren-Fachhandel über viele Wochen schließen musste:




„Die stationären Spielwaren-Fachhändler waren durch die CoronaSchließungen im Frühjahr massiv benachteiligt“, so der BVS-Vorsitzende Wieland Sulzer. Das Ostergeschäft fand überwiegend bei den Drogerie- und Verbrauchermärkten sowie online statt. Schwacher Trost: „Einigen kleinen und mittleren Betrieben ist es durch ihre Kundennähe und Kreativität gelungen, auch während der Schließung der Ladenlokale den Draht zum Kunden zu halten und sie mit den benötigten Produkten zu versorgen“.

Der Online-Anteil am Gesamtmarkt mit Spielwaren ist sprunghaft gestiegen. Auch nach Beendigung der Geschäftsschließungen haben viele Kunden ihr Einkaufsverhalten der Situation in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Innenstädten sowie dem eigenen Sicherheitsempfinden angepasst. Entsprechend weiteten stationäre Händler ihren Verkauf über Online-Kanäle aus.